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Phase 1: Recherche #PHP2021

Am 2. Mai findet die Verleihung des Peter-Härtling-Preises 2021 an Juliane Pickel statt, mit dem ihr Romanmanuskript KRUMMER HUND ausgezeichnet wurde. Der Weg zur Moderation des Autorinnengesprächs ist ein spannender und aufregender Prozess, den ich grob in drei Abschnitte teile: Recherche – Kommunikation – Vorbereitung. Lest hier in Phase 1 mehr über die Recherche, mein Notizbuch und das große Puzzel der Informationen.

Es beginnt mit dem Buch. DER KRUMME HUND von Juliane Pickel. Die Lektüre des Romans steht natürlich am Anfang jeder Recherche und sofort lege ich mir einen Marker zurecht. Mit Stift im Anschlag lese ich gleich aufmerksamer und markiere Sätze oder ganze Passagen, die entweder mit mir direkt resonieren oder entscheidende Teile der Geschichte zusammenfassen. Hier habe ich beim erneuten Durchblättern gleich Anhaltspunkte oder Ausrufezeichen, an denen ich mich bei der Vorbereitung orientieren kann. Meistens lese ich das Werk zwei oder drei Mal, damit die Figuren und Plotwendungen keine Stolperfallen darstellen. KRUMMER HUND habe ich verschlungen. Gleich zu Beginn fühlte ich mich in die Geschichte hineingezogen und war begeistert, wie schonungslos und doch mit dem nötigen Maß an Einfühlsamkeit Juliane Pickel erzählt. Ich bin kein Fan von ‚gezuckerten‘ Kinder- und Jugendromanen, die nur die rosigen Seiten des Lebens beleuchten und jede Schattenseite durch blendende Positivität auslöschen. KRUMMER HUND ist ein Roman, in dem Licht und Schatten nebeneinander existieren und so ein rundes und umfassendes Leseerlebnis schaffen, das bisweilen sogar zum Lachen bringt. Coming-of-Age, Krimi, Familie, Freundschaft und Liebe sind nur ein paar Schlagworte, die sich auf Juliane Pickels Roman anwenden lassen. Jedes Kapitel treibt die Handlung weiter voran, dreht an einer anderen Schraube und am Ende ergibt sich ein Bild, das so bunt und brutal ist wie das Leben selbst.

Foto: Juliane Pickel, © Carla Deiters

Mit der Lektüre des Buches endet die Recherche aber keineswegs. Vielmehr öffnen sich beim Lesen Pfade und Richtungen, die es zu verfolgen gilt. Zuallererst geht es dabei um die Verfasserin selbst. Juliane Pickels Website www.juliane-pickel.de gibt einen ersten Eindruck über die sympathische Stimme hinter den Worten. „Rheinisch by nature, nordisch by choice“, so beschreibt sie sich selbst auf ihrer Seite, und langsam fügt sich ein erster Eindruck der Autorin zusammen. Bei der Betrachtung ihres literarischen Werdegangs stellt sich heraus, dass der Peter-Härtling-Preis nicht die erste Auszeichnung für das Manuskript von KRUMMER HUND ist, sondern dass sie 2018 dafür den Förderpreis für Literatur der Stadt Hamburg erhielt. Wie hat sich das Manuskript in diesen drei Jahren verändert? Ob überhaupt? Davor wurde 2017 ihre Kurzgeschichte „Freier Fall“ mit dem Walter-Kempowski-Förderpreis ausgezeichnet. Wovon handelte sie? All das sind Fragen, die ich in mein Notizbuch schreibe.

Leuchtend orange scheint der Titel vom Cover des Buches und rechts unten in der Ecke findet sich die dritte Anlaufstelle der Recherche: der Verlag BELTZ & Gelberg. Zuhause des Grüffelos und der Warrior Cats, irgendwo fährt langsam eine Tigerente vorbei. Hier ist KRUMMER HUND erschienen, hier wird seit 1984 der Peter-Härtling-Preis verliehen, bis 2013 in Kooperation mit der Stadt Weinheim. Nicht nur ist das Verlagsprogramm unheimlich spannend, sondern verrät in Betrachtung der vergangenen Preisträger:innen auch viel über den Preis, seine Ausrichtung und Peter Härtling selbst.

Roman, Autorin, Verlag, Preis… All dies gilt es bei der Recherche im Kopf zu behalten und wie bei einem Puzzel zusammenzusetzen. Daneben braucht es die gründliche Lektüre von weiterführenden Artikeln, Interviews oder Webseiten. Mittlerweile wurde das Buch auch in verschiedenen Medien besprochen und die ZEIT zeichnete ihn mit dem LUCHS-Preis des Monats April aus. Viele Stimmen berichten über diesen fantastischen Roman, in meinem Notizbuch stehen Seitenzahlen, Gedanken und Fragen, und nun geht es daran, diese in eine Form zu gießen, die ein spannendes und informatives Gespräch mit Juliane Pickel bei der Verleihung des Peter-Härtling-Preises ermöglichen.

Am 16. April erfahrt ihr in Phase 2 welche Rolle Kommunikation bei einer Moderation spielt –  mit den Protagonisten selbst, aber auch bei der Bewerbung des Termins in den sozialen Medien.

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